LOS JETZT HIER!!! – SMASH CAPITALISM & FIGHT NAZISCUM
Am 1.Mai wollen Nazis aus ganz Norddeutschland in Berlin unter dem Motto „Unserem Volk eine Zukunft – Den bestehenden Verhältnissen den Kampf ansagen – Nationaler Sozialismus jetzt!“ aufmarschieren. Nicht nur aus dem einfachen Grund, dass Nazis eine mörderische und menschenverachtende Politik verfolgen, sondern auch, weil der 1. Mai der Kampftag der Arbeiter_innenklasse ist und als dieser verteidigt werden muss, werden wir die Nazis stoppen – egal wie. Danach fängt der Tag jedoch erst richtig an: Am Abend werden wir in Kreuzberg unsere eigenen, linksradikalen Inhalte auf die Straße tragen.
LOS!
Die Nazis versuchen nicht erst seit gestern, soziale Themen mit ihren rassistischen und antisemitischen Inhalten aufzuladen. So bedienen sie sich, egal ob in der Diskussion um die so genannte „Agenda 2010“ oder eben am 1.Mai, einer antikapitalistischen Rhetorik. Das Hinter diesem jedoch der alte, antisemitische Wahn steckt, ist offensichtlich. So unterscheiden Nazis auf plumpste Art und Weise zwischen dem angeblich „guten, deutschen, schaffenden Kapital“ und dem „bösen, jüdischen Finanzkapital“. Auch wird schnell deutlich, dass sie nicht die kapitalistische Lohnarbeit von Grund auf in den Fokus ihrer „Kritik“ nehmen, sondern nur bestimmte „Auswüchse“ des Kapitalismus anprangern. Und eben diese „Auswüchse“ werden „internationalen Kräften“ zugeordnet, während der deutsche Kapitalist in dieser Hinsicht ausgeklammert wird. Bezeichnend ist es dann auch, wenn die Nazis behaupten, dass der Kapitalismus eine Erfindung des „nomadisch-orientalischen Händlergeistes“ sei. Ziel der Nazis ist die „eine, deutsche Volksgemeinschaft“, welche in den Jahren 1933 – 1945 Millionen Menschen ermordete. Grund genug also, jedes Mittel einzusetzen, um ihnen auf die Pelle zu rücken.
JETZT!
Unsere Kritik kann jedoch, gerade am 1.Mai, nicht bei den Nazis aufhören. Die bürgerliche Demokratie mag zwar als Lebensrealität besser als der Nazifaschismus sein, schön ist sie jedoch dennoch nicht. Nahezu täglich werden Menschen aus rassistischen Motiven abgeschoben, oftmals in den sicheren Tod. Wer in der Schule mit dem Leistungsdruck nicht klar kommt, muss ein Leben am Rande der Gesellschaft fürchten und diesen Sommer wird das Ganze dann auch noch vom nervigen, deutschen Nationalismus während der Fußballweltmeisterschaft abgerundet. Wir haben genug von der ganzen Scheiße, wir haben keinen Bock mehr auf eine Gesellschaft, in der die Produktionsmittel in den Händen weniger liegen, sondern wollen eine Vergesellschaftlichung eben dieser. Wir wollen den Staat zerschlagen und auf seinen Trümmern eine grundlegend andere Gesellschaft errichten, frei von Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Ausbeutung, ganz der Perspektive getreu: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“
HIER!
Uns ist bewusst, dass diese Forderung von allen Teilen des staatstragenden Bürgertums, also von Politikern, Journalisten, Beamten, usw. verhöhnend als „Träumerei“ und „Utopie“ verspottet wird; beirren lassen wir uns von diesen Spießern jedoch nicht, wir werden unsere Kämpfe weiterführen. Dass es gerade im Zuge des 1.Mai nicht nur bei primitivem Spott bleibt, zeigt die zunehmende Repression gegen linke Aktivist_innen. So saßen im letzten Jahr mehrere Menschen im Knast, ohne selbst für die Maßstäbe der bürgerlichen Justiz das Prädikat „schuldig“ einzunehmen. Besonders der zunehmende Terror der Bullen, die nicht nur möglichst jeden Aufmarsch der Nazis durchprügeln, sondern durch immer dreistere Gewalteinlagen, rassistische Kontrollen, Festnahmen und eine mehr oder weniger offensichtliche Unantastbarkeit von Seiten der Justiz „glänzen“, nimmt Ausmaße an, denen wir uns entgegenstellen wollen. Gerade in den aktuellen Fällen hat sich ferner gezeigt, dass Bullen auch keinerlei Skrupel haben, vor Gericht Beweismittel zu fingieren und falsche, abgesprochene Aussagen zu Lasten der beschuldigten Linken zu tätigen. Für uns ist schon lange klar: Unsere Freunde und Helfer sind das sicherlich nicht!
RAUS AUF DIE STRASSE
Daher lasst uns am 1.Mai gemeinsam den Tag begehen. Verhindern wir den Naziaufmarsch auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Lasst uns abends zusammen in Kreuzberg an der Demonstration zum revolutionären 1.Mai teilnehmen.
Kommt alle zahlreich – wehrt euch gegen jede Form der staatlichen Repression
Nazis bekämpfen – Kapitalismus zerschlagen
Antifaschistisches Jugendbündnis Berlin, März 2010